26.05.

Schlafen ging ganz gut, trotz merkwürdiger und unbekannter Naturgeräusche und geheimnisvoller Schreie um mich herum. Aber ich bin zerstochen aufgewacht (hoffentlich keine Flöhe), und Schnecken innen im Zelt braucht auch kein Mensch. Ich hatte dann Mühe, meine Sachen wieder trocken zu kriegen, aber das ist jedesmal nach dem Zelten so.

Ich war dann früh auf dem Weg und habe den Wald, oder besser die Sümpfe von Maurupt durchquert.

Mein Weg durch die Sümpfe von Maurupt

Und dabei ich hatte jetzt einige Tage Sonne; bei Regen hätte ich gar nicht erst den Versuch unternommen, da durchzukommen. Dann habe ich endlich einen PKW vor mir auf dem Weg gesehen. Ich dachte noch, dass es jetzt wohl besser wird.

Aber der Wagen war verlassen und im Schlamm stecken geblieben.

Danach habe ich mich gegen den Wanderweg und die direkte Straße zu meinem Abendquartier entschieden. Ich wollte mich mal irgendwo bequem in ein Café setzen und was anderes als Käse und Brot essen. Aber nichts, nirgendwo ein Café, eine Bar, eine Boulangerie. Nur ein Tante-Emma-Laden auf vier Rädern, der zufällig vor mir hielt. Da hab ich mir wenigstens frisches Obst gegönnt.

Fachwerk in der Champagne

Aber dann doch noch ein Restaurant. Erst hat man mir nur zu trinken angeboten, dann gab es doch noch was zu essen. Ich hatte gedacht, wegen meines Äußeren wollte man mich schnell wieder los sein. Aber die Küche war eigentlich nicht geöffnet und mit Vorbereitungen für eine große Feier am nächsten Tag beschäftigt. Aber dann bot die Chefin mir doch noch was an: Fischpastete mit grünem Spargel – naja, wenn es sonst nichts gibt.

Pink als Farbe der Tischdecke macht den Eindruck etwas zunichte.

Das Restaurant liegt genau an der Route National, die hier vierspurig ist. Da musste ich rüber, und auf meiner Karte sah es nach Unterführung aus. War aber keine. Und so kam zu meiner heutigen Etappe noch ein riesiger Umweg zum nächsten Autobahnanschluss hinzu: macht 34 km. Es sieht vielleicht so aus, als würde ich auf Paris zu rasen, aber ich mache eben riesige Umwege.

Mein Weg von Cheminon nach Lexémont-et-Villotte

Das Schöne an diesem Umweg, ich bin noch mal viele Kilometer am Champagne-Bourgogne-Kanal entlang gelaufen. Leider auf der sonnigen Seite, die schattige Seite war wieder total zugewachsen.

Wenig los auf dem Kanal – aber schöne Hausboote

Und jetzt hab ich das Problem, Handy leer, Akku leer, und keine Steckdose in meiner Nähe, wo ich die Sachen beaufsichtigen könnte. Muss ich improvisieren und die Powerbank unbeaufsichtigt an der Steckdose lassen.

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